
Frühgeburtsrisiko
Mit Milchsäure sicher durch die Schwangerschaft
Werdende Mütter sollten ein besonderes Augenmerk auf den pH-Wert der Scheide richten. Steigt der pH-Wert der Scheide in der Schwangerschaft an, können sich dort Bakterien oder Pilze vermehren und somit das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöhen. Werdende Mütter können dieser Gefahr mit einer Milchsäurekur begegnen.
In der Scheide herrscht normalerweise mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5 ein saures Milieu. Dafür sorgt unter anderem Milchsäure, die von sogenannten Laktobazillen gebildet wird. Der saure pH-Wert schützt vor einer Fehlbesiedelung der Scheide mit schädlichen Bakterien oder Pilzen. Steigt der pH-Wert deutlich über den natürlich sauren Wert, kann ein Mangel an Milchsäurebakterien vorliegen und so zu einer bakteriellen Fehlbesiedelung führen. Dies bedeutet wiederum ein erhöhtes Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt.
Milchsäurekur stabilisiert pH-Wert in der Scheide
Mithilfe von Milchsäurepräparaten kann das saure Scheidenmilieu wiederhergestellt werden. Einem Befall mit Pilzen oder Bakterien lässt sich so wirksam vorbeugen. Die Milchsäurekur eignet sich außerdem zur Nachbehandlung von Scheidenpilzinfektionen.
Besondere Vorsicht in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft steigt der pH-Wert in der Scheide aufgrund von Hormonschwankungen an. Dadurch ist die natürliche Schutzfunktion gegen schädliche Keime herabgesetzt. Bakterielle Infektionen sind jedoch in der Schwangerschaft ein großer Risikofaktor für Früh- oder Fehlgeburten. Denn die Keime können in die Gebärmutter aufsteigen und vorzeitige Wehen, die Öffnung des Muttermundes oder einen Blasensprung auslösen.
Dass bereits die Früherkennung einer bakteriellen Fehlbesiedelung der Scheide mittels pH-Wert-Kontrolle und eine konsequente Behandlung zu einer Senkung der Frühgeburtenrate um etwa die Hälfte führt, wurde in einer großen Studie durch Prof. Kiss mit mehr als 4.400 Schwangeren in Wien gezeigt. Empfohlen wird diese Untersuchung ab der 16. bis 17. Schwangerschaftswoche. Bei einem erhöhten vaginalen pH-Wert über 4,5 sollte der Arzt umgehend mit der Behandlung beginnen.
Milchsäure regeneriert
Viele Frauen nehmen eine gestörte Vaginalflora nicht wahr. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der pH-Wert durch die Schwangere oder den Arzt regelmäßig kontrolliert wird. Befindet er sich nicht im natürlich sauren Bereich, ist eine Ansäuerung des Scheidenmilieus unbedingt zu empfehlen, beispielsweise mit einer 7-Tages-Milchsäurekur. Der beste Zeitpunkt für die Anwendung ist abends, da sich die Wirkung über Nacht optimal entfalten kann.










